09.03.2026  11:04 Chrigi

We did it - Wir sind am Wendekreis des Krebses

Nur ein unsichtbarer Strich am Boden, ein Breitengrad um den Globus, aber für uns ein magischer Ort!

5 Monate. 8656 Kilometer. 168 Std 28 Min Fahrzeit. Und jetzt stehen wir hier.

Hinter uns liegt eine unglaubliche Reise, die ich kaum in Worte fassen kann. Von der Schweiz über Italien, Frankreich, Spanien und Andorra bis tief in den Süden Marokkos, fast an die Grenze zu Mauretanien. Wir haben spektakuläre Landschaften entdeckt, traumhafte Sonnenuntergänge gesehen, Abenteuer und Pannen erlebt - von den Alpen bis zu den endlosen Weiten der Sahara.

Sechs Monate sind wir nun unterwegs – und was als mutiger Schritt in ein neues Leben in Brunegg begann, hat uns tiefer geführt, als wir es uns je hätten erträumen lassen. Damals, nach den ersten zwei Monaten, schrieben wir noch über die Zweifel und die Umstellung auf unsere 14 m² Freiheit. Heute stehen wir am Wendekreis des Krebses, für uns das Ende der Welt in der Westsahara, und können sagen: Das Abenteuer hat unsere Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern weit übertroffen.

Der Wechsel von Europa nach Afrika war mehr als nur eine Fährüberfahrt; es war der Eintritt in eine Welt voller Kontraste. Marokko hat uns schlichtweg begeistert und verzaubert. Wir sind durch Landschaften gereist, die uns sprachlos machten - von den schneebedeckten Gipfeln des Atlasgebirges über die grünen Oasen bis zu den Dünen der Sahara. Oder der Moment, als hinter Erfoud die goldgelben Dünen des Erg Chebbi am Horizont auftauchten, ein unbeschreibliches Gefühl. Selbst ein dreitägiger Sandsturm in Dakhla, der uns zum Ausharren zwang, konnte unsere Euphorie nicht bremsen. Doch die wahre Schönheit dieses Landes sind die herzlichen Menschen. Wir haben eine Gastfreundschaft und Herzlichkeit erlebt, wie wir sie so noch nie erlebt haben. 

Unser Leben im Camper ist mittlerweile eingespielt. Die anfänglichen Diskussionen über die Menüplanung sind längst passé – wir sind zu echten Camping-Gourmets geworden. Und Wein gibt es überall, auch in Marokko und sogar während dem Ramadan..

Was diese Reise aber besonders wertvoll macht, sind die Begegnungen. Wir haben gemerkt: Wir sind nicht allein mit unserem Traum. Ob beim spontanen Apéro am Strand von Dakhla oder beim Fachsimpeln über dringend benötigte Ersatzteile und Camper Umbauten - wir haben wunderbare Freundschaften mit Gleichgesinnten geschlossen. Diese Gemeinschaft hat uns gezeigt, dass „Zuhause“ kein fester Ort ist, sondern ein Gefühl, das man mit Menschen teilt, die dieselbe Freiheit suchen.

Was bleibt?

Wir sind nicht mehr dieselben, die im September in der Schweiz losgefahren sind. Wir sind im Reisemodus angekommen, führen ein ganz anderes Leben und sind mit Herausforderungen konfrontiert, die wir vorher nicht gekannt haben. Aber wir haben gelernt, damit umzugehen. Manchmal locker und spontan, manchmal fluchend und gereizt.

Und da ist natürlich auch noch Bandit, unser Zuhause auf vier Räder. Er hat uns treu und zuverlässig bis an diesen Punkt gebracht. Mal abgesehen von anfänglichen Pannen hatten wir keine grösseren Probleme. Es ist wirklich unser "Dihei" geworden, eine vertraute Umgebung, in der wir uns wohl fühlen und nichts vermissen. Eher das Gegenteil ist der Fall - nach einigen Tagen im Hotel vermissen wir unser eigenes Bett und Badezimmer!

Wir sind unendlich dankbar für dieses Abenteuer und für euch, die ihr uns digital begleitet habt. Jetzt schlagen wir Kapitel #2 auf. Der Kompass ist neu ausgerichtet: Vom Wendekreis zum Polarkreis und weiter zum Nordkapp. Vom tiefsten Süden ganz in den Norden Norwegens. Das Abenteuer geht weiter – und wir freuen uns, wenn ihr weiterhin mit uns reist!

herzlich und bis zum nächsten Blog!

Chrigi & Silvana